Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Was bedeutet "ethnische Herkunft"? Diese scheinbar neutralen Auswahlkriterien seitens des Arbeitgebers können unter Umständen angefochten werden, wenn eine Benachteiligung des Bewerbers aufgrund seiner ethnischen Herkunft nachgewiesen werden kann. Berücksichtigt man, dass das Wort »Ethnie« auf das griechische Wort »ethnos« zurückgeht und dies sprachlich gleichzustellen ist mit »Volk« oder »Volkszugehörigkeit«, wird deutlich, dass die ethnische Herkunft im Sinne des § 1 AGG mehr als nur die Herkunft aus einem Ort, einem Landstrich, einem Land oder einem gemeinsamen Territorium beinhaltet. Seit mehr als 13 Jahren ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) mittlerweile ein fester Bestandteil der arbeitsrechtlichen Praxis. Zwar könne das Merkmal »Territorium« wohl für die Annahme einer Ethnie für Personen mit ostdeutscher Herkunft sprechen. Gesundheitsdaten, wie z.B. Wenn der Arbeitgeber keine sachlichen Gründe darlegen kann, warum ein Bewerber mit anderer Nationalität als der seinen nicht eingestellt werden kann, gilt dieser Sachverhalt als zumindest mittelbar diskriminierend. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ( AGG) – umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt – ist ein deutsches Bundesgesetz , das Benachteiligungen aus Gründen der „ Rasse “ , der ethnischen Herkunft , des Geschlechts , der Religion oder Weltanschauung , einer Behinderung , des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen soll . dass Art und Bedingung der auszuführenden Arbeit angemessen ist. Darüber hinaus hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in den letzten zwölf Jahren viele bereits verhandelte Fälle wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz gesammelt, und öffentlich zugänglich gemacht. Die Staatsangehörigkeit eines Menschen steht hierbei außen vor, weil diese nichts über die Volksgruppe oder die Sprache aussagt. Durch eine Diskriminierung kann der Beschäftigte mitunter auch immaterielle Schäden wie Depressionen erleiden. Juli 2008 - C-54/07) Die bloße Aussage des Arbeitgebers bezüglich seiner Auswahlkriterien reicht aus, um eine Vermutung im Sinne der unmittelbaren Diskriminierung zu begründen. Das AGG sieht lediglich in der systematischen und zielgerichteten Diskriminierung einen Verstoß. Folgende Begründungen für eine unterschiedliche Behandlung muss der Arbeitgeber hierbei beweisen: Bei dieser Ausnahmeregelung spricht man von einer "zulässigen unterschiedlichen Behandlung", also einer erlaubten Benachteiligung. Wenn der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer bessere Deutschkenntnisse verlangt, und von diesem den Besuch eines Deutschkurses auf eigene Kosten fordert, muss es sich hierbei nicht unbedingt um eine mittelbare Diskriminierung handeln. Zoomalia.com, l'animalerie en ligne au meilleur prix. November 2019 – Beitrag von Dr. Matthias Sandmaier. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen aufgrund ihrer Sprache, ihres Dialekts oder wegen ihrer Herkunft diskriminiert werden. Abbreviated as "AG", these letters follow the name of such pubic limited liability companies. Denn obwohl dieses Wort im Zusammenhang mit dem Antidiskriminierungsgesetz die Motive rassistischer Diskriminierung benennen soll, impliziert der Begriff "Rasse" selbst rassistische Vorstellungen. Des Weiteren habe der Arbeitgeber bei der Zustellung der Bewerbung kein Indiz dafür finden können, dass der Bewerber einer fremden Ethnie angehöre. „Der sachliche Anwendungsbereich des AGG ist jedenfalls hinsichtlich der geltend gemachten Benachteiligung aufgrund der ethnischen Herkunft gemäß §§ 1, 19 Abs. Seit über 15 Jahren setzen wir uns erfolgreich für diejenigen ein, die von Unternehmen und anderen Institutionen um ihr Recht gebracht wurden. Man tut als Arbeitgeber daher gut daran, insbesondere seine Einstellungsentscheidungen nicht davon abhängig zu machen, ob der Bewerber Sachse, Friese oder Schwabe ist, sondern sich – wie sonst auch – von objektiven und sachbezogenen Erwägungen leiten zu lassen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) unterscheidet zwischen Benachteiligungen aus Gründen der Rasse und aufgrund der ethnischen Herkunft. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf, Schadensersatz zu fordern, sollte sich der Verdacht auf Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft bestätigen. Laut § 1 soll das Gesetz die Benachteiligung aufgrund der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der religiösen Weltanschauung, der sexuellen Identität oder aufgrund des Alters am Arbeitsplatz verhindern. Umso schwerwiegender ist der Sachverhalt, wenn betroffene Arbeitnehmer Herabwürdigungen und andere Benachteiligungen am Arbeitsplatz ertragen müssen. Market Activity. Aktiengesellschaft is a German term used for publicly traded corporations on German stock exchanges. Eine unmittelbare Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der ethnischen Herkunft liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner Herkunft eine offen gezeigte benachteiligende Behandlung erfährt. Feldmann D, Hoffmann J, Keilhauer A, Liebold R (2018) “Rasse” und “ethnische Herkunft” als Merkmale des AGG. Wir benötigen von Ihnen keine Informationen, die nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht verwertbar sind (Rasse, ethnische Herkunft, Geschlecht, Schwangerschaft, Angaben zu physischer oder psychischer Krankheit, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Identität oder Sexualleben). Ziel des AGG im arbeitsrechtlichen Bereich ist – kurz zusammengefasst –  die Benachteiligung von Arbeitnehmern, Auszubildenden oder Bewerbern aus Gründen der Rasse, Behinderung, Weltanschauung, ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Identität sowie wegen des Alters zu verhindern oder zu beseitigen. Rasse oder ethnische Herkunft. Damit Sie als Betroffener Ihre Ansprüche auf eine angemessene Geldentschädigung geltend machen können, müssen Sie die Frist nach § 15 Absatz 4 des AGG unbedingt einhalten! Formen der Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft; Ausländerfeindliche Belästigung am Arbeitsplatz Dieses "Umfeld" ist dann gegeben, wenn der Arbeitgeber oder ein von diesem betrauter Vorgesetzter direkt an dem Geschehen gegen den betroffenen Arbeitnehmer beteiligt ist. Demnach wurde der Kläger bewusst im Auswahlverfahren für die offene Stelle benachteiligt, und hat das Recht auf eine Entschädigung in Höhe von höchstens drei Monatsgehältern. Die Diskriminierung aufgrund der Herkunft eines Arbeitnehmers ist die vierthäufigste Diskriminierungsform und daher nicht zu unterschätzen. Ostdeutsche Kläger haben die Grenzen ausgetestet. Die mittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn scheinbar neutrale Reglungen nur Arbeitnehmer betrifft, die einer bestimmten Gruppe angehören. Soweit im Rahmen des Bewerbungsverfahrens besondere Kategorien von … b DS-GVO (z.B. Free ratings, analyses, holdings, benchmarks, quotes, and news. Vestibulum bestrafen. Einmalige Beleidigungen oder ähnliche Vorfälle, welche die Würde des Betroffenen verletzen könnten, genügen regelmäßig nicht, um bei einer Klage Bestand zu haben. Die vom Betroffenen angegebene Benachteiligung wird hierbei an den erforderlichen beruflichen Qualifikationen für die jeweilige Stelle gemessen, und daran, wie andere Mitarbeiter im Vergleich zum Betroffenen behandelt werden. Unzulässig ist allein die Benachteiligung wegen eines der im AGG genannten Merkmale: ethnische Herkunft Behinderung Geschlecht Wenn also Sprachkenntnisse verlangt werden, die bestimmte Aufgaben in einem angemessenen Umfang erst ermöglichen, ist die Forderung des Arbeitgebers, einen Deutschkurs zu besuchen, keine mittelbare Diskriminierung, sondern eine notwendige Fortbildungsmaßnahme und damit eine sachlich gerechtfertigte Maßnahme. In bestimmten Fällen aber kann das Gesetz Anwendung finden, wenn das Arbeitsverhältnis noch nicht begonnen hat, beziehungsweise der Bewerber bereits im Vorfeld durch einen Arbeitgeber aufgrund fadenscheiniger Argumente abgelehnt wurde. Das Arbeitsgericht Berlin musste sich daher mit der Frage befassen, ob eine ostdeutsche Herkunft eine Ethnie ist. Die Grenzen zwischen einem pauschalen Witz und einer handfesten Beleidigung können jedoch fließend sein, und sind oft nicht zu unterscheiden. 1 DSGVO mitgeteilt werden, erfolgt deren Verarbeitung zusätzlich nach Art. Vollzitat: "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz vom 14. 19 AEUV näher definiert. 2 lit. Zentrale: 030 2266740 Abgasskandal: 030 226674-130 Bankgeschäfte: 030 226674-830 info@gansel-rechtsanwaelte.de, Gansel auf Facebook Gansel auf Instagram Gansel auf Twitter, Kontakt | Impressum | Datenschutz | Cookies | Presse. Diese und weitere Fragen beantworten unsere Anwälte Ihnen im Rahmen einer Erstberatung. I S. 610) geändert worden ist" Stand: Zuletzt geändert durch Art. Sollte der Betriebsrat der Meldepflicht jedoch nicht nachkommen, ist der Tatbestand der ausländerfeindlichen Belästigung gegeben, da gegen ein solches diskriminierendes "Umfeld" keine entsprechenden Gegenmaßnahmen unternommen wurden. Ist der Arbeitnehmer durch Diskriminierungen seitens des Arbeitgebers betroffen, muss dieser laut Gesetz die Möglichkeit haben, sich an eine für alle Unternehmen vorgeschriebene Beschwerdestelle zu wenden. Der damaligen Klägerin wurden ihre Bewerbungsunterlagen mit dem Vermerk »Ossi - « zurückgesandt. Als Legal-Tech-Unternehmen arbeiten wir dabei vollständig digital und jederzeit auf höchstem Niveau, sowohl in Einzel- als auch in Massenschadensfällen. 9 Abs. Das AGG schützt Arbeitnehmer zwar grundsätzlich – allerdings nicht vor jeglicher Art von Mobbing, sondern nur vor Diskriminierungen wegen Rasse, ethnischer Herkunft, Religion und Weltanschauung, Alter, Geschlecht, Behinderung oder sexueller Identität. Ausweislich der Begründung des AGG-Gesetzentwurfs sind die Merkmale Rasse bzw. Fall 2 Eine junge afrikanische Frau kommt in die Notaufnahme mit starken Unterleibsschmerzen. Eine mittelbare Diskriminierung läge in diesem Fall nur vor, wenn der Arbeitgeber nicht die beruflichen Kompetenzen bedenkt, sondern lediglich auf die ethische Herkunft des betroffenen Arbeitnehmers verweist. So darf ein Arbeitgeber etwa Bewerber mit einer "nicht passenden" ethnischen Herkunft vom Bewerbungsverfahren ausschließen, wenn es beispielsweise in besonderer Weise darauf ankommt, dass der potentielle Arbeitnehmer kulturelle Eigenschaften sowie die Muttersprache eines bestimmten Landes beherrscht. Das LAG Hessen sprach sich jedoch gegen den Arbeitgeber aus, weil dieser in seiner Stellenausschreibung mit dem Kriterium "Deutsch als Muttersprache" an eine bestimmte ethnische Herkunft anknüpft. Letzterer hat zwar nicht die besseren Qualifikationen, stammt aber aus derselben Region wie der Arbeitgeber. Read Wikipedia in Modernized UI. Was man unter der Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft versteht, und welche Rechte Sie als betroffene Person haben, erfahren Sie hier bei uns. Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an! Login with Gmail. APr – ethnische Herkunft, Aufforderung zum Besuch eines Der beklagte Arbeitgeber habe angegeben, dass für die Arbeit exzellente Deutschkenntnisse unerlässlich seien. Wie immer bei Zuordnungsentscheidungen auf Grundlage einer Gesamtschau über eine Vielzahl von Kriterien, ergeben sich in den Randbereichen Grauzonen. Hintergrund der Klage war eine angebliche Stigmatisierung und Demütigung durch zwei Vorgesetzte aufgrund seiner ostdeutschen Herkunft. Dr. Ingebjörg Darsow-Faller . – Beschwerdestelle (§ 13 AGG) 2009, 295 f. R – Bewerber, Auskunftsanspruch 2010, 294 f. R – Bewerbungsverfahren 2010, 261 K, 2010, 181 ff. Jetzt zum kostenlosen Newsletter anmelden und aktuelle Rechtstipps und exklusive Informationen erhalten! Das rassistische Motiv muss jedoch bewiesen werden. Der "Dauertatbestand" ist somit ein Sonderfall im Antidiskriminierungsrecht, weil einige wenige diskriminierende Vorfälle, die über einen längeren Zeitraum verteilt sind, schlecht bewiesen werden können. Curabitur faucibus ullamcorper lorem sed egestas. Was man unter der Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft versteht, und welche Rechte Sie als betroffene Person haben, erfahren Sie hier bei uns. In diesem Fall handelt es sich um eine mittelbare Diskriminierung, weil ein mögliches Arbeitsverhältnis bereits im Vorhinein aufgrund diskriminierender Vorwände vom Arbeitgeber unterbunden wurde. Gansel Rechtsanwälte ist eine der führenden Verbraucherschutzkanzleien in Deutschland. Die türkische Herkunft ist als nationaler Ursprung vom Begriff "ethnische Herkunft" Im Sinne des § 1 AGG umfasst (BT Drucksache 16/1780 … Die Merkmale einer solchen Gruppe können sein: gemeinsame Sprache gemeinsame Geschichte gemeinsame Religion gemeinsame Bräuche; gemeinsame Herkunft gemeinsame Kultur gemeinsames … Kontakt Doch was versteht man genau unter dem Begriff der ethnischen Herkunft? Sollte sich Ihr Arbeitgeber weigern, die Gründe für eine Diskriminierung anzuerkennen, und diese zu unterbinden, können Sie als Betroffener Klage vor dem Arbeitsgericht einreichen. In bestimmten Fällen erlaubt das AGG also auch eine herkunftsbedingte Schlechterstellung, wie es auch eine Schlechterstellung bezüglich der Religion, des Alters und des Geschlechts zulässt. In der Regel gilt: Wenn Sie sich belästigt fühlen, sollten Sie nicht lange zögern und sich sofort bei Ihrem Arbeitgeber melden! Der Betriebsrat ist somit verpflichtet, dem Arbeitgeber Informationen über "bösgläubiges" Verhalten gegenüber dem betroffenen Angestellten zu übermitteln. Gleichwohl bestehen immer noch »Graubereiche«, die der Klärung bedürfen. 030 2266740 See All Market Activity. Das Gesetz enthält gleichermaßen Rechte und Pflichten für Arbeitnehmer wie auch für Arbeitgeber. August 2006 (BGBl. Presse Mit "eth­ni­scher Her­kunft" meint das AGG die Ab­stam­mung ei­nes Men­schen und sei­ne da­mit ver­bun­de­nen äußer­li­chen oder sprach­li­chen Ei­gen­hei­ten, an­ge­fan­gen von der Haut­far­be über die Zu­gehörig­keit zu ei­nem Volk oder ei­ner Volks­grup­pe bis hin zu Spra­che oder Dia­lekt. Accessoires et alimentation pour animaux, blog animaux Nach dem AGG ist auch der Betriebsrat dazu aufgefordert, ausländerfeindliche Parolen und andere diskriminierenden Umstände zu melden. Ethnische Herkunft. 2 AGG): rassistische Zuschreibung und ethnische Herkunft D: Ansprüche nach AGG